Die 29-jährige Stephanie Schneider vom BSC Sachsen Oberbärenburg fiebert der Bob-WM im kommenden Jahr entgegen. Im heimischen ENSO-Eiskanal möchte sich die gebürtige Erlabrunnerin (Landkreis Erzgebirgskreis) mit der Weltelite messen.

Hallo Stephanie, du hast im idyllischen Erlabrunn im Erzgebirge das Licht der Welt erblickt. Und nun eroberst du seit vielen Jahren die Eiskanäle dieser Welt. Wie bist du zu diesem Sport gekommen?

„Eigentlich war ich schon immer eine richtige Sportskanone, habe das aber stets als Hobby gesehen. Meine Familie und Patentante haben mich schließlich überzeugt, das Ganze ein bisschen leistungsorientierter anzugehen und mich auf die Sportschule nach Potsdam geschickt. Dort habe ich dann mit Leichtathletik und Skilanglauf begonnen. Als mich eine Verletzung für längere Zeit zurückwarf, stand ich vor der Wahl: Aufhören oder in einer anderen Sportart noch einmal angreifen. Nach einem Bob-Probetraining beim SC Potsdam stand für mich fest, dass es der Bobsport werden wird.“

Seitdem rast du mit über 100 km/h durch die Eiskanäle. Zu Beginn deiner Karriere bist du als Anschieberin im Zweierbob der Olympiasiegerin und siebenfachen Weltmeisterin Sandra Kiriasis durchgestartet. Mittlerweile steuerst du den Bob als Pilotin. Weshalb hast du die Position gewechselt?

Der ENSO-Eiskanal ist wie ein Stück Heimat für Stephanie Schneider, die beim BSC Sachsen Oberbärenburg trainiert.

„Die Zeit als Anschieberin an der Seite von Sandra Kiriasis ist mit vielen schönen Erinnerungen und wichtigen Erfahrungen verbunden. Wir feierten zusammen sportliche Erfolge und ich habe gelernt, was es heißt, eine Leistungssportlerin zu sein. 2015 stellte sich dann erneut die Frage, wie es weitergeht. In jenem Jahr gewann ich mit Cathleen Martini bei der Weltmeisterschaft die Bronzemedaille, doch Cathleen beendete ihre Karriere am Ende der Saison. Christoph Langen, einer der erfolgreichsten deutschen Bobfahrer und ehemaliger Bundestrainer, legte mir in einem langen Gespräch ans Herz, in die Rolle als Pilotin zu wechseln.“

Was macht für dich die Faszination des Bobsports aus?

„Die Geschwindigkeit. Jede Fahrt ist eine neue Herausforderung, bei der ich die perfekte Fahrlinie finden muss, um erfolgreich zu sein.“

Du hast bereits zahlreiche Siege eingefahren: Welche waren besonders schön oder wichtig?

„Jeder Erfolg hat seine ganz eigene Geschichte und eigenen Stellenwert. Ein toller Erfolg war der vierte Platz bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang. Besonders schön war auch der Titelgewinn bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2016 in meiner ersten Saison als Pilotin.“

Im kommenden Jahr steht mit der WM auf der Heimstrecke in Altenberg ein absolutes Highlight auf der Agenda. Wie gut bist du in Form und was nimmst du dir für die WM vor?

„Die Saisonvorbereitung läuft bis jetzt sehr gut, ich fühle mich fit. Wichtig war für mich, dass ich dieses Mal verletzungsfrei geblieben bin.

Fit für die WM 2020 in Altenberg: Stephanie Schneider konnte in ihrer sportlichen Laufbahn bereits vier WM-Medaillen mit nach Hausen nehmen.

Jeder Sportler träumt davon, an einer Weltmeisterschaft im eigenen Land teilzunehmen. Und wenn man dann noch auf seiner Heimstrecke fahren darf, ist das nicht zu toppen. Ich freue mich sehr auf die WM in Altenberg!“

Vermutlich ist es ein Vorteil, dass du den ENSO-Eiskanal in- und auswendig kennst …

„Sicherlich ist es ein Vorteil, da ich durch viele Trainingsfahrten die Strecke und ihre Schlüsselstellen kenne. Wichtig wird aber auch sein, dass an der Bahn unsere treue Fangemeinde stehen und für lautstarke Stimmung sorgen wird. Das beflügelt ungemein und macht zugleich stolz.“

Hand aufs Herz: Ist Altenberg deine Lieblingsbahn?

„Nein, das ist meine Zweitlieblingsbahn. Am schönsten finde ich die Natureisbobbahn in St. Moritz. Sie ist die älteste und einzige auf der Welt.“

Was macht Stephanie Schneider, wenn sie nicht im Bob sitzt?

„Beruflich arbeite ich als Polizistin in Dresden. Und in meiner Freizeit fiebere ich gern mit anderen deutschen Sportlern mit, wie zuletzt bei der Leichtathletik-WM in Doha, wo ich mich sehr über die Bronzemedaille von Christina Schwanitz gefreut habe. Bei ihr entscheiden beim Kugelstoßen nur wenige Zentimeter über Triumph oder Niederlage, und bei uns Bobfahrern sind es Tausendstel. Genau das zeichnet den Sport aus und macht ihn so unglaublich spannend.“

Den ENSO-Eiskanal hautnah erleben

Alle aktuellen Veranstaltungen im ENSO-Eiskanal auf einen Blick:

  • 2. bis 7. Dezember 2019: IBSF Europacup Bob 9. bis 15. Dezember 2019: Junioren/Jugend A Rennrodel Weltcup
  • 6. bis 12. Januar 2020: Viessmann Rennrodel-­Weltcup & Viessmann Team-Staffel-Weltcup presented by BMW
  • 20. bis 25. Januar 2020: IBSF Europacup Skeleton
  • 17. Februar bis 1. März 2020: BMW IBSF Bob und Skeleton Weltmeisterschaften

Neben den Wettkämpfen können Gästen unvergessliche Erlebnisse bei Gästebob- und Ice-Tubing-Fahrten erleben. Als einzigartiger Veranstaltungsort bietet sich der ENSO-Eiskanal auch für Tagungen, Jubiläums- oder Firmenfeiern an.

Anmeldungen sind unter Tel. 035056 22660 oder per E-Mail an event@wia-altenberg.de möglich.

www.enso-eiskanal.de

Bildquelle: Lutz Weidler