Nachwuchsstar im ENSO-Eiskanal – Teil 2

Engagement
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In ihrem ersten Blogartikel hat uns Jessica Degenhardt einen Einblick in ihr Leben als junge Spitzensportlerin gegeben. Vor nur wenigen Tagen hat sie schließlich einen der größten Erfolge ihrer noch jungen Karriere gefeiert: Bei den Youth Olympic Games in der Schweiz hat Jessica Gold und Silber gewonnen.

Die 17-jährige vom RRC Altenberg ist die große Nachwuchshoffnung im deutschen Rennrodelsport. Ihre Heimatstrecke ist der ENSO-Eiskanal, eine der anspruchsvollsten Kunsteisbahnen der Welt. Hier ist jedes Rennen ein Highlight. In ihrem zweiten Artikel erzählt uns Jessica, wie sie sich auf einen Rennrodel-Wettkampf vor heimischer Kulisse vorbereitet.

Optimale Schlittenvorbereitung und viel Schlaf

Mein Wettkampftag fängt eigentlich schon am Tag davor an. Ich bereite meinen Schlitten vor und stimme ihn auf die vorhergesagten Eis- und Wetterbedingungen ab. Jede Kleinigkeit zählt und macht den Schlitten einige Tausendstel schneller. Diese Details haben schon sehr viele Rennen entschieden. Ich versuche auch so früh wie möglich schlafen zu gehen, dann bin ich auch meist schon vor dem Wecker wach :).

Am Wettkampftag fährt das ganze Team gemeinsam zur Bahn. Dort angekommen, kümmern sich unsere Trainer und Mechaniker um die Vorbereitung der Schlitten. Wir Sportler können uns dann voll und ganz auf das Rennen konzentrieren. Vom Starthaus aus machen wir gemeinsam eine Bahnbegehung. Dabei schauen wir bahnabwärts welche Eisbedingungen vorherrschen und können unser Fahrgefühl darauf anpassen. Anschließend gehen wir noch einmal die Besonderheiten der Bahn durch.

Volle Konzentration: Kurz vor dem Start geht Jessica jede Kurve noch einmal in Gedanken durch.

Keine Fehler erlaubt: Der ENSO-Eiskanal gilt als eine der schwierigsten Strecken der Welt.

Gute Musik und volle Konzentration

Nach der Erwärmung fokussiere ich mich dann nur noch auf den Wettkampf. Ich mache es eigentlich fast wie alle: Kopfhörer rein und Musik an. Ich habe hierfür eine extra Playlist erstellt, die mich in gute Laune versetzt und vom Wettkampfstress ablenkt. Kurz vor dem Start fahre ich in Gedanken nochmal die Bahn ab und rede mit meinen Teamkameraden, um mich mental zu lockern. Im Startbereich erfolgt dann das Abwiegen und ich gehe jede Kurve der Bahn zum wiederholten Male in Gedanken durch. Sobald der Sportler vor mir gefahren ist, stelle ich meinen Schlitten aufs Eis und überprüfe meine Liegeposition. Es folgt ein kurzes Sammeln und die Konzentration auf das Signal der Startfreigabe. Ich atme tief durch und bin jetzt vollständig auf meine Fahrt konzentriert.

Nach dem zweiten Lauf steht dann der Sieger fest und die große Anspannung fällt ab. Im Anschluss an den Wettkampf erfolgt dann die Wettkampfauswertung mit den Trainern und unserem Junioren-Bundestrainer.

Die Vorteile der Heimkulisse

Die Heimkulisse ist für jeden Athleten immer etwas Besonderes. Der Vorteil: Ich kenne jede Kurve und bekomme die Unterstützung von vielen Fans, aber auch von meiner Familie und Freunden. Aber man hat auch mehr Druck als gewöhnlich, will ein perfektes Rennen machen und das Publikum nicht enttäuschen.

Altenberg ist, nach Oberhof, eine meiner Lieblingsbahnen. Aufgrund der vielen kleinen technischen Schwierigkeiten ist jeder Lauf eine Herausforderung. Dadurch bin ich hochkonzentriert und gebe immer 100 Prozent. Der ENSO-Eiskanal gilt nicht umsonst als eine der schwersten Kunsteisbahnen der Welt.

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