Die weiße Blackbox in der Küche

Energie
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Seit meine Tochter nicht mehr an der Schulspeisung teilnimmt, höre ich in unserer Küche häufiger ein „Pling“. Woher es kommt ist mir klar. Das Fertigessen oder die Reste vom Vortag werden in der Mikrowelle warm gemacht. Wir hatten diesen Küchenhelfer eigentlich schon auf den Boden geschafft, weil wir den Platz anders nutzen wollten, doch nun ist sie wieder voll in Betrieb. Rein zufällig bin ich jetzt mal dazu gekommen, dass das Töchterlein die Mikrowelle auch als Stoppuhr genutzt hat. Nach einer kurzen Klarstellung, dass da richtig was an Energie durchläuft, wird jetzt wieder das Handy genommen, um eine Minute zu stoppen … auf Ideen kommen die Pubertiere … herrlich. 

Doch worum geht es eigentlich in meinem Blogbeitrag? Richtig, wie werden das Essen oder die Getränke in der Mikrowelle warm gemacht? Neugierig, dann bitte weiterlesen.

Mikrowellen aus dem Magnetron

Die Strahlung, die das Essen im Inneren einer Mikrowelle erwärmt, wird von einem Magnetron erzeugt. Dieses besteht aus einer negativ geladenen Kathode, die sich durch elektrische Spannung erhitzt und anfängt zu glühen. Elektronen entweichen und werden zur positiv geladenen Außenwand des Magnetrons, dem Anodenblock, geschleudert. Während dieser Bewegung wirken Magnetscheiben auf die Elektronen ein und versetzen sie in eine Kreisbewegung um die Glühkathode herum. Sie rauschen immer wieder an der Außenwand vorbei und erzeugen dadurch in den Hohlräumen des Anodenblocks ein elektromagnetisches Feld.

Das wirkt wiederum auf die Elektronen ein: Einige der Teilchen beschleunigen, andere werden langsamer. Dadurch entstehen Elektronengruppen, die zur Verstärkung der Mikrowellen beitragen. Über eine Antenne, einen Hohlleiter, gelangen die Wellen schließlich in den Garraum des Geräts.

Übrigens: Viele Zeitmesser haben keinen eigenen Taktmesser und richten sich nach der Frequenz der elektrischen Energie im Netz. Ist diese über Wochen deutlich zu niedrig, gehen die Uhren nach. Mehr dazu in meinem Blogartikel.

Tanz der Moleküle

Etwa 60 bis 80 Prozent der Energie werden im Magnetron in Mikrowellenstrahlung umgewandelt. Diese Strahlung kann viele Stoffe wie Glas oder Keramik durchdringen – Wassermoleküle versetzt sie in Schwingung. Treffen die Wellen also auf Speisen, bringen sie die Wassermoleküle darin in Bewegung. Sie reiben aneinander und es entsteht Wärme. Durch die Wärmeleitung geht sie auch auf die umliegenden Moleküle über. Damit die Strahlung gut verteilt und das Essen möglichst gleichmäßig erhitzt wird, arbeiten die meisten Mikrowellengeräte mit einem Drehteller. Trotzdem ist es ratsam, Speisen ab und zu umzurühren und in Intervallen zu erwärmen.

Eine herkömmliche Mikrowelle erzeugt Wellen mit einer Wellenlänge von rund 12 Zentimetern. Das entspricht etwa 2,5 Milliarden Schwingungen pro Sekunde. Das Gehäuse aus Metall und das Lochblech im Sichtfenster der Mikrowelle sorgen übrigens dafür, dass keine Strahlung nach außen dringt. Außerdem schaltet sich das Magnetron automatisch ab, wenn die Tür geöffnet wird.

Ich hoffe das war nicht zu kompliziert erklärt. Nun weiß auch das Fräulein Tochter, dass die Mikrowelle eine sehr gute Erfindung für das Erwärmen von Speisen und Getränke war und als Stoppuhr denkbar ungeeignet ist 

Habe ich Sie neugierig auf weitere Alltagsphänomene gemacht? Dann lesen Sie auch meinen Artikel Was klickt im Bügeleisen?

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