Kaufmännische vs. technische Ausbildung

Ausbildung
2

Nach der Schule gibt es tausend Möglichkeiten für den Start ins Berufsleben. Trotz Berufsorientierungsveranstaltungen, Schnuppertagen und Ausbildungsmessen weiß man meistens erst in der Ausbildung selbst, was einen wirklich erwartet. Hast du dich auch schon einmal gefragt, wie deine Ausbildung später einmal ablaufen wird? Unsere technischen und kaufmännischen Azubis berichten von ihren Erfahrungen und Erwartungen.

So ist die Ausbildung bei uns organisiert

Technische Ausbildung? Für uns war das ein großes Fragezeichen. Von unseren Eltern kannten wir zum Beispiel das Modell des Lehrlings, der dem Meister bei der Arbeit über die Schulter schaut und im Laufe seiner Ausbildung immer mehr Aufgaben selbst erledigt. Alle paar Wochen wird er dann für die Berufsschule freigestellt, um dort den theoretischen Unterricht zu seiner praktischen Arbeit zu erhalten.

Bei ENSO läuft das etwas anders – vollkommen anders um genau zu sein. Klar, wir haben auch Meister (bei uns: Ausbilder), die ihr Wissen an uns weitergeben. Und natürlich müssen auch wir die Berufsschule besuchen. Aber wir arbeiten zu Beginn (noch) nicht direkt im Betrieb mit. Stattdessen lernen wir für die Berufe des Elektroanlagenmonteurs und des Elektronikers für Betriebstechnik im Ausbildungszentrum auf der Hahnebergstraße in Dresden. Unsere Arbeit ist selbstverständlich größtenteils praktischer Natur, der Arbeitsablauf ist jedoch eher schulisch organisiert. So sind wir – getrennt nach unserem jeweiligen Ausbildungsberuf – in Gruppen von bis zu zwölf Azubis eingeteilt, um die Grundlagen unseres späteren Berufs näher kennenzulernen.

Auch wir kaufmännischen Azubis sind nach unseren Ausbildungsberufen getrennt. So haben die Industriekaufleute andere Ansprechpartner*innen als wir angehenden Kauffrauen für Büromanagement. Im Gegensatz zu den technischen Azubis sind wir aber schon ab dem zweiten Monat der Ausbildung einem Ablaufplan folgend in unterschiedliche Abteilungen eingeteilt und arbeiten dort direkt mit den Kolleg*innen. Anna war zuerst in der Abteilung Transport & Service eingesetzt und Elisabeth startete den Praxisteil im Regionalbereich Großenhain. Der erste Ausbildungsmonat ist vor allem Beschnuppern und das Absolvieren der Grundunterweisungen wie Erste Hilfe oder Verhalten in bestimmten Situationen. Und natürlich unser tolles Sozialpädagogisches Seminar über das wir hier im Blog auch schon einen Artikel geschrieben haben und wo wir gemeinsam mit den technischen Azubis hinfahren.

Der Ablauf

Um sicher zu stellen, dass nichts zu kurz kommt und wir optimal auf die Abschlussprüfung der IHK vorbereitet sind, folgt die Ausbildung bei uns zu Beginn einem Ablaufplan. Dieser sagt uns konkret, wann wir welches Themengebiet und mit welchem Ausbildungsmeister lernen und wann die Berufsschule an der Reihe ist. In der Regel arbeiten wir vier Wochen im Betrieb, gefolgt von zwei Wochen Schule. Der Plan beinhaltet auch unseren Urlaub, dieser ist an den normalen Schulferien orientiert. Das steht alles bereits zu Beginn der Ausbildung fest, weshalb einer langfristigen Urlaubsplanung nichts im Weg steht.

Wir kaufmännischen Azubis durchlaufen verschiedene Abteilungen und sind dort meistens zwei bis vier Monate eingesetzt. In der Abteilung haben wir einen Ausbildungsbeauftragten, der für uns zuständig ist und uns Aufgaben gibt. Diese werden natürlich im Laufe der Ausbildung anspruchsvoller. Auch bei der Berufsschule gibt es Unterschiede: Wir haben keinen Blockunterricht sondern im ersten und zweiten Lehrjahr immer Montag und Dienstag und im dritten Lehrjahr nur noch Montag Berufsschule. Die Berufsschultage variieren jedoch pro Lehrjahr. Beim Urlaub haben wir kaufmännischen es besser – wir können uns unseren Urlaub frei einteilen (außer an Tagen mit Berufsschule oder Lehrgängen) und zudem auch Gleitzeittage nehmen. Das bedeutet, wenn wir an einem Tag mal länger gearbeitet haben, können wir an einem anderen eher gehen. Oder, wenn genug Stunden zusammengekommen sind, auch mal einen Tag freinehmen. Wir lieben unser Gleitzeitmodell!

Gestartet sind wir in unserem ersten Lehrjahr mit dem Lehrgang „Metall“. Zugegeben: Nichts, was direkt mit Strom zu tun hat. Da es allerdings jeder Zeit vorkommen kann, dass wir alte oder verbogene Teile reparieren müssen, sollten einem angehenden Facharbeiter die Grundlagen der handwerklichen Arbeit bekannt sein. So lernten wir mit Feile, Gewindebohrer und vielen anderen Werkzeugen fachgerecht umzugehen. Auch wenn Feilen wohl nie zu unseren Lieblingsbeschäftigungen gehören wird, haben die sechs Wochen doch Spaß gemacht.

Weiter ging es mit Themen wie technisches Zeichnen oder Anlagentechnik. Wir lernten das Lesen technischer Dokumente und den Aufbau erster Schützschaltungen nach diesen Dokumenten – darunter zum Beispiel die Steuerung eines Garagentors mit Sensoren. Entwurf und Planung einer Anlage anhand eines Kundenwunsches stand ebenfalls auf dem Programm. Aktuell behandeln wir Installation. Damit ist das Verlegen von Leitungen, zum Beispiel im Wohnraum, gemeint. Im Sommer folgt dann ein kleines Highlight unserer Ausbildung: die Freileitung. Dann dürfen wir zum ersten Mal mit Steigeisen einen Strommasten hinaufklettern.

Und was passiert danach?

Nach rund drei Jahren folgt dann die Abschlussprüfung bei der IHK, die wir mit genug Fleiß und Lernbereitschaft sicherlich mit einen guten Ergebnis meistern werden, denn dann ist uns eine unbefristete Übernahme garantiert.

Haben wir später alle Lehrgänge absolviert und die Grundlagen der Elektrotechnik verinnerlicht, werden wir hinaus in die „weite Welt der Energieversorgung“ geschickt. Naja nicht ganz, aber innerhalb des Unternehmensverbundes kann es überall hin gehen. Ein halbes Jahr arbeiten wir dann in einem der vier Standorte von ENSO NETZ (Heidenau, Bautzen, Großenhain und Görlitz) mit und dürfen unsere frisch erlernten Fähigkeiten zum Einsatz bringen. Dabei wird natürlich auch darauf Acht gegeben, wo wir wohnen und was wir uns selbst für eine Arbeit vorstellen.

Ganz schön vielseitig oder? Wenn ihr mehr über die Ausbildungsinhalte und unsere Erfahrungen lesen wollt, abonniert gern die Kategorie „Karriere“ beim ENSO Blog und bleibt auf dem Laufenden.

Euer StartBlog-Team. 🙂

Kommentar abgeben

Bitte geben Sie einen Namen ein.

Bitte geben Sie einen Kommentar ein.

Informationen zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten.